zündstoff.GLOBAL STREETWEAR
LaissezFair bezieht seine Shirts, neben dem Projekt LamuLamu, auch von dem FairTrade-Versand "Zündstoff" aus Freiburg. Das Anliegen der Betreiber Sascha Klemenz und Matthias Rau ist es, eine tragbare Altenative zu konventionell hergestellter Streetwear, anzubieten.
Die beiden Herren vertreiben dabei nicht nur, die in einer Arbeiterkooperative selbst hergestellten T-Shirts sondern auch junge Labels, die es sich wie Zündstoff und LaissezFair zur Aufgabe gemacht haben, ihre Kleidung nicht unter ausbeuterischen Bedingungen produzieren zu lassen. Neben dem Versand betreiben die Zündstoffels auch einen kleinen Laden in Freiburg:
zündstoff. GLOBAL STREETWEAR
Adlerstraße 12 (Grether Ost)
79098 Freiburg
Näheres zu den Bedingungen der Herstellung unserer Shirts, die wir bei zündstoff beziehen, findet ihr unter:
» www.fairtradezone.de
» www.zuendstoff-clothing.de
Interview mit zündstoff
fairwear und mehr
Bei zündstoff findet man schicke Mode von unterschiedlichen kleinen, internationalen Labels, die alle unter fairen Bedingungen und fast ausschließlich mit biologischen Materialien produzieren. Doch zündstoff bedeutet mehr. Die hauseigenen Shirts werden in der ersten Fair-Trade-Zone der Welt hergestellt. Was das bedeuten soll und für was zündstoff noch sorgt, erzählt uns Matthias im Interview.
1.Wer und was ist zündstoff?
Also, zündstoff, das sind Sascha und ich. Wir haben im Sommer 2006 unter dem Namen FairWear angefangen, einen Online-Shop für verschiedene ethische und ökologisch nachhaltige Klamottenlabels aufzubauen. Dieses Jahr haben wir uns dann in zündstoff umbenannt, da es einige Probleme mit der Patentierung des Namen Fairwear gab. Angefangen hat aber alles mit der Idee, T-Shirts von einer ArbeiterInnen-Kooperative aus Nicaragua zu importieren, zu der wir auch bereits Kontakt hatten.
2.Neben den Labels, die ihr auf euer Internetseite anbietet, gibt es also T-Shirts, die aus Nicaragua kommen. Vielmehr stammen sie sogar aus der ersten Fair-Handels-Zone. Was ist eine Fair-Handels-Zone? Welche Rolle spielt Ihr in dieser Zone?
Die FairTradeZone nennt sich so, weil sie eine Freihandelszone ist, in der unter fairen Bedingungen Shirts produziert werden. Während Sonderwirtschaftszonen ja ein beliebter Ansatzpunkt bei der Globalisierungskritik sind, zeigt das Beispiel der FairTradeZone, dass Strukturen, die tendenziell ArbeiterInnen stark benachteiligen, auch positiv genutzt werden können. Das ist nicht leicht, aber machbar.
Die FTZ beherbergt eine ArbeiterInnen-Kooperative, die 1998 mit finanzieller Hilfe einer US-amerikanischen NGO ins Leben gerufen wurde. Mittlerweile arbeiten dort je nach Auftragslage bis zu 70 Menschen. Die Mitglieder der Koop stimmen demokratisch über Fragen, wie Löhne und Arbeitszeiten, ab – jedenfalls soweit dies im Kapitalismus in einem Peripherieland möglich ist . Sie sind kranken- und sozialversichert und verdienen weit mehr als den in Nicaragua festgelegten Mindestlohn.
Unsere Rolle in der Koop ist natürlich in erster Linie die eines Abnehmers. Da wir aber mit verschiedenen anderen Projekten in Deutschland, wie z.B. Café Libertad aus Hamburg beim Import zusammen arbeiten, sind wir wohl einer der größeren Partner der Koop. Zudem streben wir eine langfristige Handelsbeziehung an, damit sich sowohl die Koop als auch wir langfristig auf die Zusammenarbeit stützen können. Außerdem machen wir Infoarbeit zu der Kooperative, mit Vorträgen und unserer Seite www.fairtradezone.de
Auf dieser Seite findet man auch viele Informationen zur Geschichte dieser Kooperative.
3.Wie kam es zu diesem Projekt?
Der Kontakt zu der Kooperative entstand bereits während unserer Studienzeit in Münster, als Sascha gerade an einer Ausstellung zu Arbeitsbedingungen in der Sportbekleidungsproduktion mitarbeitete. Wir fanden dieses Projekt wegen der selbstverwalteten Strukturen in der Koop sofort unterstützenswert und haben auch festgestellt, dass es in Deutschland einfach eine riesige Lücke gab, was konsequent faire und biologische T-Shirts und Klamotten generell betrifft. Damals wurde gerade American Apparell als das Maß aller Fairness-Standards dargestellt.
4.Hat die Fair-Handels-Zone bereits Nachahmer gefunden und wie sind die Reaktionen auf eine solche Produktionsweise?
Kann ich ehrlich gesagt nicht wirklich sagen, ob's da schon ähnliche Projekte gibt. Ich glaube aber eher nicht, da die Verwaltungshürden bei der Errichtung einer Freihandelszone groß sind. Zumindest wenn nicht gerade viel Geld dahinter steckt. Die Reaktionen, die ich in Deutschland auf dieses Projekt erlebt habe, sind eigentlich durchweg positiv.
5.Vor Kurzem habt ihr in Freiburg euer eigenes Geschäft aufgemacht und im Internet findet man euch jetzt unter www.zuendstoff-clothing.de. Wo wollt Ihr einmal hin? Welche Ziele verfolgt ihr mit eurem Projekt?
Die Weltherrschaft natürlich! Ne, mal im Ernst: da die Arbeit am Laden und diese Umbenennungsgeschichte einigermaßen viel Arbeit war, lassen wir's jetzt erstmal wieder langsam angehen. Wir arbeiten natürlich weiterhin am Online-Shop, aber zunächst mal wollen wir hier in Freiburg ein bisschen die Werbetrommel für den Laden rühren. Die Partnerschaft mit der Koop steht natürlich wie immer ziemlich weit oben, am liebsten wäre uns, wenn wir einen dauerhaften, recht großen Lagerbestand an Shirts für unsere KundInnen aufbauen könnten, und danach vielleicht mal die Produktpalette erweitern. Aber, wie das so ist: gut Ding will Weile haben.
Wir danken Matthias für das tolle Interview. Wer noch mehr über die FairTradeZone bzw. über zündstoff erfahren will, guckt sich einfach mal auf den beiden Webseiten um. Sehr lohnenswert! Ich kann übrigens aus eigener Erfahrung bestätigen, dass die T-Shirts wirklich spitzenmäßig aussehen und sich auch so anfühlen.
Wir wünschen zündstoff das Beste für die Zukunft und nachhaltigen Erfolg!
Robert für fairdo
